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Systemische Führung in dynamischen Kontexten

„Es könnte immer auch ganz anders sein…“ ist das Credo und gleichzeitig die Bedrohung der heutigen Zeit. Zunehmend komplexe Aufgaben sollen in steigender Geschwindigkeit erfüllt werden. Die Rahmenbedingungen wechseln dabei wöchentlich, Planungen sind bereits veraltet, sobald sie kommuniziert werden. Die Gültigkeit von Informationen, Erfahrungen und Wissen verfällt immer schneller und die Zukunft wird daher als ungewisser erlebt, auch wenn sie natürlich schon immer unvorhersehbar war.

Da auch Führung sich nicht mehr nach linearen Prinzipien planen und gestalten lässt, braucht es einen Ansatz, der den Objektivitätsglauben verlässt und stattdessen Systemverständnis und verschiedene Wirklichkeitskonstruktionen integriert. Denn mehr den je ist Führung ein zentraler Erfolgsfaktor für Organisationen.
Für gute Führung gibt es keine Patentrezepte. Neben einer Basis aktueller Führungsinstrumente sind insbesondere die persönliche Führungs-Haltung, die Reflexion der eigenen Rolle und die Anregung der Eigenverantwortung der Mitarbeiter wichtige Inhalte. Die Führungskraft gibt ihrem Team einen verlässlichen Rahmen vor, innerhalb dessen diese eigenverantwortlich ihre Arbeit gestalten können.

Dieses Führungsprogramm unterstützt Führungskräfte bei der Reflexion und Weiterentwicklung ihrer Führungs- und Kommunikationskompetenzen in vier Feldern:

  • Selbstführung und Selbstreflexion als Basis für die Führung anderer Menschen
  • Einzelführung
  • Teamführung
  • Arbeit an den Strukturen und Rahmenbedingungen der Gesamtorganisation

Der systemisch-konstruktivistische Ansatz bietet dabei die theoretische Grundlage. Er steht für:

  • Integration verschiedener Sichtweisen und Perspektiven statt des Drucks als Führungskraft selbst stets der beste Experte zu sein
  • Eigenverantwortung und Prozessgestaltung statt zentraler Organisation und Struktur
  • Vernetzung und gemeinsames Lernen statt hierarchischer Kommunikation
  • Praktikable Wege zum Ziel statt langwieriger Suche nach der einen „richtigen“ Lösung

In diesem Programm geht es nicht nur um die Vermittlung neuer Inhalte – wie Werkzeuge, Prozesse und Methoden – sondern auch und vor allem um die Integration dieser Inhalte in die tägliche Führungspraxis. Als Beraterin verstehe ich mich als Lernbegleiterin und Coach. Neben Input-Sequenzen lernen Teilnehmer vor allem durch praxisnahe Übungen und gemeinsame Reflektion eigener Erlebnisse und Fälle aus ihrem Führungsalltag.
Ich arbeite prozessorientiert in der Gruppe und mit einzelnen Teilnehmern: Wir analysieren gemeinsam immer wieder neu, wo der Einzelne und die Gruppe stehen und passen Inhalte entsprechend an.
Auf Wunsch lassen sich weitere Bausteine und Themen in das Programm integrieren, beispielsweise ein begleitendes Coaching, um aktuell auftretende Führungssituationen zu reflektieren (z.B. eine Einzel-Sitzung pro Teilnehmer) oder ein Development Center zu Beginn des Programms , um den Teilnehmern erste Hinweise für ihre Entwicklung im Programm zu geben.

Die Inhalte im Detail:

Modul 1: Persönliche Führungsrolle und Selbstführung (2 Tage)

  • „Führung beginnt im Kopf der Führungskraft.“ – Einführung in systemische Führungstheorien: Systemtheorie, Autopoiesis, Konstruktivismus.
  • Postheroische Führung: Abschied vom Mythos des geborenen Leaders, Führung als Vertrag zwischen Leiter und Mitarbeitenden
  • Reflexion der eigenen Rolle im Kontext der Gesamtorganisation: Kongruenz zwischen Haltung, Rolle und eigener Identität
  • Erkennen der eigenen Werte und Ziele, Zusammenhang mit den aktuellen beruflichen (Führungs-)Anforderungen
  • Fragebogen: „Unsere inneren Antreiber“- Identifikation persönlicher förderlicher und hinderlicher Verhaltensmuster, Erweiterung des Verhaltens-Repertoires

Modul 2: Einzelführung (2 Tage)

  • Vier Führungsstile für alle Führungssituationen
  • Selbstsichere und eindeutige Kommunikation in der Einzelführung
  • Mitarbeiter in die Selbstverantwortung bringen: Führung mit systemischen Coaching-Fragen
  • Wertschätzender Umgang auch in kritischen Situationen: Ich-Botschaften und aktives Zuhören
  • Professionelle Reaktion auf „schwierige“ Mitarbeiter: Transaktionsanalyse und Konfliktmanagement

Modul 3: Teamführung und Teamfeedback (2 Tage)

  • „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ – Unterschied zwischen Team- und Einzelführung
  • Gruppendynamische Prozesse erkennen, konstruktiver Umgang damit
  • Kommunikationstools für die vier Führungsstile in der Teamführung
  • Rahmenklärung und klare Verantwortlichkeiten im Team
  • Zielführende Teammeetings
  • Integrative Entscheidungsfindung
  • Konfliktvermeidung mit dem Dramadreieck
Sylvia de Vries

Veröffentlicht von Sylvia de Vries

Sylvia de Vries arbeitet als Beraterin, Coach und Trainerin in Hamburg.

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